Projekte / JVA Graz

Wettbewerb

Der Entwurf ist von den funktional Anforderungen und Bewegungs­abläufen geprägt. Die Entflechtungen von Wegen und Funktionen führte zu einer Gebäudestruktur mit drei inneren Höfen. Das bestehende Mitarbeiterhaus wurde in die neue Struktur integriert und barrierefrei angebunden. Die neuen Gebäudeteile schließen an die Feuermauer der westlichen Wohnbebauung an und stellen einen optischen und räumlichen Abschluss der Justizanstalt dar. Eine Verbindung vom Eingangsbereich zur Kernzone der Justizanstalt wird durch die Winkelform der 2-geschossigen Neubaustruktur hergestellt.

Sicherheitskonzept

Die Bereiche in denen sich Insassen aufhalten sind generell vom äußeren Abschluss der Justizanstalt räumlich entfernt angeordnet. Direkt an der Außenfassade befinden sich im EG die Bereiche für die Besucher und im Obergeschoss die Verwaltungsbereiche. Im Gebäudeinneren wurde besonderes Augenmerk auf kurze Wege und lückenlose Entflechtung der Wegführungen von Besuchern und Insassen gelegt. Die Bereiche in denen sich Insassen in Begleitung von Justizwachebeamten bewegen, wurden möglichst kompakt und übersichtlich gestaltet. Der Besucherhof befindet sich im Inneren der Anlage und ist von entsprechend hohen Mauern umgeben. Zusätzlich wurde der Besucherhof um einen Meter abgesenkt um die Einsicht vom Hof in die rundum liegenden Büros zu erschweren. Die Außenhaut der Fassade ist so gestaltet, dass ein Beklettern des Gebäudes verhindert werden kann. Einer besonders glatten Fassade bis zu 5m Höhe wurde konzipiert. Die Vergitterung der Fenster im Erdgeschoss ist im Gebäudeinneren vorgesehen und die Fenster werden außenbündig mit der Fassade versetzt. Erst die Fenster im ersten Stock werden mit einer außen liegenden Vergitterung ausgestattet.

Gestaltung

Durch die Anordnung der Gitter an der Innenseite der Fenster im Erdgeschoss wird nach außen hin der Eindruck einer käfigartigen Architektur vermieden. Unterstützt wird dieser Effekt dadurch, dass die Vergitterung im 1.Stock als durchgehende vertikale Lamellenstruktur ausgebildet wird, die ähnlich einem Sonnenschutz Screen über das Gebäude gezogen wird. Die innen liegende Vergitterung soll in Form eines organischen Geflechtes künstlerisch gestaltet werden und für die Besucher und Bediensteten einen interessanten optischen Effekt erzeugen. Die Fassaden werden als hinterlüftete Konstruktion mit einer äußeren Schale aus Betonfaserplatten in Sandsteinfarbe ausgeführt. Das Fassadenmaterial in Sandsteingelb nimmt das Thema der Fassadenfarbe des Gerichtsgebäudes an der Conrad von Hötzendorf Straße in einer zeitgemäßen Interpretation auf. Die Flachdächer über dem Erdgeschoss des Neubaus werden mit extensiven Gründächern ausgestattet, da man von den Büroräumen im 1.Stock eine gute Sicht darauf hat.

Erschliessung

Das Eingangsniveau ist bodeneben mit dem Außenniveau um eine barrierefreie Benutzung zu gewährleisten. Das Bodenniveau des Obergeschosses passt sich an das bestehende Mitarbeiterhaus an, um in den oberen Geschossen die Garderobenräume über einen Aufzug barrierefrei anzubinden. Dieser Aufzug verbindet außerdem sämtliche Niveaus des Neubaus barrierefrei mit der Anbindung an die Justizanstalt.

Auftraggeber Bundesimmobiliengesellschaft mbH
Adresse

8010 Graz, Conrad von Hötzendorf-Straße 41

Nutzfläche 3.000 m2
Projektstatus abgeschlossen

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