Projekte / Passivhaus Kammelweg

Wettbewerb

Ein extrem einfacher, kompakter Grundbaukörper wird von einer zweiten komplexeren Hülle überspannt. Diese Hülle dient als wasserableitende Schicht und trägt die Balkone, Loggien und Terrassen. Der großzügige, innere Erschließungsbereich dient als Pufferzone und trägt mit dem Glasdach zur passiven Solar­energienutzung bei. Das konstruktiv-bauliche Konzept ist im Sinne einer nachhaltigen Planung sehr flexibel ausgelegt. Eine Grund­struktur teilt die Wohnflächen in eine Servicezone und eine Wohnzone, innerhalb dieser ist eine äußerst flexible Nutzung der Flächen möglich.

Städtebauliche Aspekte

Die Leitprinzipien "Kompaktheit" und "less is more" haben den Entwurf stark geprägt und zu einem kompakten, nach Norden schmäler werdenden Baukörper geführt.

Der extrem einfache Grundbaukörper wird von einer zweiten komplexeren Hülle überspannt. Diese Hülle dient als wasserableitende Schichte und trägt die gesamten Balkone, Loggien und Terrassen. Durch das Prinzip der zweiten Haut werden Kältebrücken und technisch ungünstige Bauteile vermieden und der Grundbaukörper vor schädigenden Witterungseinflüssen geschützt.
Die formal anspruchsvolle zweite Haut ist selbst nicht wärmegedämmt und daher unkompliziert zu errichten.
Durch die kompakte Form des Grundbaukörpers erreichen wir ein extrem günstiges Außenoberfläche/Volumen (A/V) -Verhältnis von 0,20. Das Gebäude strebt außerdem durch seine Dreiecksform eine optimale Ausnutzung der südorientierten Flächen und eine Minimierung der Nordfassaden an. Der U-Wert der Außenhülle beträgt 0,12 - 0,14 W/m2K für die opaken Bauteile bzw. 0,75 W/m2K im Mittel für die Fensterkonstruktionen. Der großzügige, innenliegende Erschließungsbereich dient als Pufferzone und trägt mit dem angemessen dimensionierten Glasdach zur passiven Solarenergienutzung bei.

Bautechnisches Konzept

Die Auswertung der Gebäudedaten ergibt einen Heizwärmebedarf von 12 kWh/(m2a) und eine spezifische Heizlast von 9,8 W/m2 für das Gesamtgebäude.
Das konstruktiv-bauliche Konzept ist im Sinne einer nachhaltigen Planung sehr flexibel ausgelegt. Eine Grundstruktur aus einem Stützenraster und einem Raster von Ver- und Entsorgungsschächten teilt die Wohnflächen in eine Servicezone und eine Wohnzone. Innerhalb dieses Rasters und dieser Zonen ist eine sehr flexible Nutzung der Flächen möglich.

Ein wesentlicher Ansatzpunkt für die Entwicklung des bautechnischen Konzeptes war die Beschäftigung mit den ökologischen Eigenschaften verschiedener Baustoffe. Als wichtigste Kriterien wurden dabei die Dauerhaftigkeit, der Primärenergieinhalt, das Treibhauspotenzial und der Beitrag zur Versäuerung herangezogen. Außerdem wurde darauf geachtet möglichst Produkte aus Recycling- oder Reststoffen zu verwenden Als Ergebnis der Auseinandersetzung mit den Baustoffdaten und den baurechtlichen Rahmenbedingungen in Wien haben wir uns für ein Gebäude in Mischbauweise entschieden. Die Tragstruktur und die Decken werden aus Beton hergestellt, während für die Außenwände vorgefertigte Holzriegelbauteile mit etwa 30cm Zellulosefaser-Dämmung zwischen TJI-Trägern zur Anwendung kommen. Die äußere Schale der Wände besteht aus Holzwolle-Dämmplatten die innere Schale aus OSB-Platten.

Auftraggeber GWB Nord-Ost Gemeinnützige Wohnbau- und Baubetreuungs GmbH
Adresse

1210 Wien, Kammelweg

Nutzfläche 9.300 m2
Einheiten 92 Wohnungen
Projektstatus abgeschlossen

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